Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
(Joh. 14,1)
Wo euer Schatz ist,
da ist auch euer Herz. (Lk 12,34)
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Antonin Dvorak – Stabat MaterSonntag, 21. März 2010, 18 Uhr, Auferstehungskirche Antonin Dvorak - Stabat Mater Tina Scherer, Sopran Karten: 17 Euro Vorverkauf
„Stabat mater“ op. 58 von Antonín Dvořák (1841-1904) von Dr. Andreas Bomba (gekürzt) Dvořák und die Geistliche Musik Obwohl die Kirchenmusik ihn stark geprägt hatte und er ein religiöser Mensch war, darf Dvořák dennoch nicht als Kirchenmusiker verstanden werden. Es wird sicherlich auch an entsprechenden Aufträgen und Verpflichtungen gefehlt haben. Daraus aber ergibt sich, daß Dvořák, wenn er sich dann doch der geistlichen Musik zuwandte, einem besonderen, inneren Verlangen nachkam. Genau dies ist beim „Stabat mater“ der Fall. Am 19. September 1875 starb Dvořáks Tochter Josefa. Sie hatte ihre Geburt nur zwei Tage überlebt. Auch wenn man im Zeitalter hoher Kindersterblichkeit mit solchen Schicksalsschlägen rechnen musste und der Tod gegenwärtiger war als heute, ging Dvořák dieses Ereignis sehr nahe. Es sollte dies auch nicht der letzte Kindstod in der Familie bleiben – von den insgesamt neun Kindern des Ehepaares starben auch die elf Monate alte Tochter Ružena (August 1877) und wenige Tage später – an seines Vaters 36. Geburtstag – der gerade dreijährige Otakar. Fünf Monate nach Josefas Tod hatte Dvořák zu dem Stabat mater-Text gegriffen und bis Mai 1876 die Musik skizziert. Nach gut einjähriger Unterbrechung vollendete er am 13. November 1877 die Partitur. Weshalb Dvořák im Moment intensiver Trauer ausgerechnet zu einem Passionsgedicht griff und nicht etwa zum Requiem, wissen wir nicht. Der lateinische Text des Stabat mater besteht aus einundzwanzig Strophen. Dvořák vertonte nur zwanzig; die vorletzte Strophe mit dem Text „Christe cum sit hinc exire / da per matrem me venire / ad palmam victoriae“ entfällt. Die in ihrer Schlichtheit anrührende, demütige Melodik der meisten Sätze, ihre formale Stringenz, die aus Harmonik und orchestralen Klangfarben entstehende Atmosphäre, sowie die Aura volkstümlicher Frömmigkeit, bleiben bemerkenswert. Im Satz 3 „Eja mater, fons amoris“ z. B. herrscht die Stimmung eines Trauermarsches. Wieder anders hingegen ist Satz 6 gestaltet: „Fac me vere tecum flere“ lässt an einen vorsingenden Kantor denken – eine Melodie, aus der heute ein Schlager gemacht würde „Fac ut portem Christi mortem“ (Satz 8) tritt als melodisch schwelgendes, wenn auch melancholisch umflortes Duett auf, während „Inflammatus et accensus“ (Satz 9) im barocken Generalbass-Stil den Text energisch ausdeutet. Bis zum letzten Augenblick wartet Dvořák auf die Wirkung einer Steigerung von Dynamik und Tempo. Harmonik und kontrapunktische Stimmführung überschlagen sich und gipfeln in einer achtstimmigen, a cappella zu singenden Vision des ewigen Lebens in Frieden und Freude „Paradisi Gloria“. Violinen und Bläser geraten in höchste Höhen – tiefe Akkorde führen a ber zurück ins irdische Jammertal. In mildem D-Dur scheint der Komponist seine Versöhnung mit der Welt gefunden zu haben. |